Nervenkrimi um EU-Chef

Europa-Poker

Nervenkrimi um EU-Chef

Beim Minigipfel am Montagabend auf dem Landsitz der schwedischen Regierung ging es um ein Thema: Soll der konservative EU-Wahlsieger Jean-Claude Juncker (59) EU-Kommissionspräsident werden?

Kommt Juncker, wollen Briten weg aus der EU
Poker. Schweden, die Niederlande und Großbritannien haben wie Ungarn und Italien große Bedenken gegen ihn. Juncker trat als ­Spitzenkandidat der Europäischen Volkspartei an. Im neuen Europaparlament stellt wiederum die EVP, zu der auch die ÖVP gehört, die größte Fraktion. Daraus leitet Juncker seinen Anspruch ab, Chef der EU-Kommission zu werden.

Während Merkel sich hinter den konservativen Politiker gestellt hat, drohte Cameron für den Fall von Junckers Ernennung mit einem EU-Austritt seines Landes. Auch Schwedens Regierungschef Fredrik Reinfeldt zweifelt an „Junckers Legitimität“, wie er der Financial Times sagte. Er und Hollands Rutte wollen Juncker verhindern, weil er für „mehr Europa“ steht. Die Gegner wollen aber eine effizientere EU. Bei Redaktionsschluss stand das Ergebnis des Gipfels noch aus.

K. Wendl

Diesen Artikel teilen:

Posten Sie Ihre Meinung

Kommentare ausblenden